Institut für Fabrikanlagen und Logistik Forschung Aktuelle Projekte
rampFAP – Entwicklung einer Methode zur Planung und Steuerung des Hochlaufs eines Fabrikplanungsprojektes im Reorganisationsfall

rampFAP – Entwicklung einer Methode zur Planung und Steuerung des Hochlaufs eines Fabrikplanungsprojektes im Reorganisationsfall

Leitung:  Torben Petersen
E-Mail:  petersen@ifa.uni-hannover.de
Jahr:  2025
Datum:  01-07-25
Förderung:  Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:  07/2025 bis 03/2028

rampFAP – Entwicklung einer Methode zur Planung und Steuerung des Hochlaufs eines Fabrikplanungsprojektes im Reorganisationsfall

Kurzbeschreibung

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung einer Methode zur Planung und Steuerung des Hochlaufs von Fabrikplanungsprojekten im Reorganisationsfall. Mit dieser sollen Fabrikplanende dazu befähigt werden, Reorganisationsprojekte entsprechend der unternehmensindividuellen Möglichkeiten einzutakten und sicher hochlaufen zu lassen. Das Vorhaben leistet somit einen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Fabriken in kritischen Reorganisationsphasen. Kern der zu entwickelnden Methode sind Leitprinzipien zur idealen Eintaktung von Reorganisationsprojekten und zur Festlegung einer optimalen Hochlaufreihenfolge der beteiligten Fabriksubsysteme. Diese Leitprinzipien werden in den ProactAS-Regelkreis eingebettet, der als methodischer Rahmen des Forschungsvorhabens dient. Auf diese Weise wird eine anwendungsfallspezifische Entscheidungsunterstützung geschaffen, mit der das Risiko einer wettbewerbskritischen Überlastung von Produktionssystemen infolge falsch eingetakteter Reorganisationen reduziert werden kann.

 

Ausgangssituation

Reorganisationsprojekte stellen in der heutigen industriellen Praxis den häufigsten Fabrikplanungsfall dar. Sie ermöglichen produzierenden Unternehmen, ihre Produktionssysteme gezielt an veränderte Markt-, Produkt- und Technologieanforderungen anzupassen und so die Wirtschaftlichkeit ihrer Fabriken nachhaltig zu steigern. Im Gegensatz zu Neuplanungsprojekten resultiert die Durchführung von Reorganisationsprojekten jedoch in einer temporären Minderung der Leistungsfähigkeit des Produktionssystems, die im ungünstigsten Fall unter ein kritisches Leistungsminimum fällt und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gefährdet. Vor diesem Hintergrund ist eine Verkürzung des Zeitraumes der Leistungsminderung anzustreben, um so gleichzeitig eine schnelle Amortisation des Fabrikplanungsprojekts sicherzustellen. Bestehende Forschungsansätze zur Hochlaufoptimierung konzentrieren sich allerdings auf den Hochlauf neuer Fabriken und lassen die spezifischen Randbedingungen von Reorganisationsprojekten im Bestand weitgehend unberücksichtigt. Insbesondere fehlt eine ganzheitliche Methode zur Planung und Steuerung des Hochlaufs solcher Reorganisationsprojekte. Diese Forschungslücke bildet den Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens rampFAP.

 

Zielsetzung

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung einer Methode zur Planung und Steuerung des Hochlaufs von Fabrikplanungsprojekten im Reorganisationsfall. Kern der zu entwickelnden Methode sind Leitprinzipien zur idealen Eintaktung von Reorganisationsprojekten und zur Festlegung einer optimalen Hochlaufreihenfolge der beteiligten Fabriksubsysteme. Ergänzt werden die Leitprinzipien durch einen Katalog mit Maßnahmen, die bei Soll-Ist-Abweichungen im Projektverlauf eingeleitet werden können, um einen anforderungsgerechten Projekthochlauf zu gewährleisten. Die erarbeiteten Leitprinzipien und Maßnahmen werden in den bestehenden ProactAS-Regelkreis eingebettet, der als methodischer Rahmen des Forschungsvorhabens dient. Auf diese Weise wird eine anwendungsfallspezifische Entscheidungsunterstützung geschaffen, mit der das Risiko einer kritischen Überlastung von Produktionssystemen infolge falsch eingetakteter Reorganisationen reduziert werden kann. Damit leistet rampFAP einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit produzierender Unternehmen in kritischen Reorganisationsphasen.

 

Vorgehensweise

Das Forschungsvorhaben rampFAP ist in sechs aufeinander aufbauende Arbeitspakete gegliedert, die ein strukturiertes Vorgehen sicherstellen. In AP 1 werden leistungskritische Reorganisationsprojekte analysiert, um relevante Systemgrößen zu identifizieren, mit denen die Beschreibung des Hochlaufverhaltens einzelner Fabriksubsysteme möglich ist. In Abhängigkeit der zuvor identifizierten Systemgrößen werden in AP 2 Beschreibungsmodelle der jeweils idealen Hochlaufverhalten einzelner Fabriksubsysteme entwickelt. Unter Berücksichtigung des aggregierten Leistungsverhaltens der projektbeteiligten Subsysteme werden anschließend in AP 3 Wirkmodelle des idealen Hochlaufverhaltens gesamter Reorganisationsprojekte erarbeitet. Danach werden die gewonnenen Erkenntnisse über das ideale Hochlaufverhalten einzelner Fabriksubsysteme und gesamter Reorganisationsprojekte in AP 4 in einem Simulationsmodell zusammengeführt. Mithilfe des Simulationsmodells wird in AP 5 eine Simulationsstudie durchgeführt, deren Ziel die Identifikation von Leitprinzipien für den Hochlauf von Reorganisationsprojekten sowie die Definition von leistungssichernden Maßnahmen bei Soll-Ist-Abweichungen ist. AP 6 beinhaltet die Aufbereitung und Dokumentation der Forschungsergebnisse nach wissenschaftlichen Standards und wird während der Projektlaufzeit kontinuierlich bearbeitet.

 

Förderung

Das Forschungsprojekt rampFAP wird unter der Projektnummer 556955398 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.