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Systematische Untersuchung der Wirkung von Verfahren der Produktionsplanung und der Produktionssteuerung auf logistische Zielgrößen (HaLiMo 2)

Systematische Untersuchung der Wirkung von Verfahren der Produktionsplanung und der Produktionssteuerung auf logistische Zielgrößen (HaLiMo 2)

Email:  muetze@ifa.uni-hannover.de
Year:  2020
Sponsors:  DFG
Lifespan:  03/2020 - 07/2022

Ausgangssituation

Es existieren bereits verschiedene sehr gute PPS-Konzepte, welche die PPS-Aufgaben beschreiben und in einen prozessualen Zusammenhang bringen. Diese Konzepte sagen jedoch nicht aus, wie die PPS-Aufgaben konkret ausgeführt werden sollten. Zur konkreten Erfüllung der PPS-Aufgaben stehen jeweils zahlreiche Verfahren zur Auswahl. Diese unterscheiden sich sehr stark im erforderlichen Aufwand, im Ergebnis und in ihrer Wirkung auf logistische und sonstige Zielgrößen. Es existiert jedoch keine durchgängige und konsistente Sammlung und Beschreibung dieser PPS-Verfahren. Um eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Verfahren innerhalb einer PPS-Aufgabe sowie die Bewertung verschiedener Verfahrenskombinationen über die Grenzen einzelner PPS-Aufgaben hinweg zu ermöglichen, ist solch eine Sammlung und Beschreibung unabdingbar. Zur Auswahl von Verfahren zur Erfüllung der PPS-Aufgaben sind in der Literatur verschiedene Ansätze zu finden. Diese nutzen unterschiedliche Kriterien für die Auswahl, sind recht allgemein gehalten und bieten Unternehmen keinen umfassenden Lösungsansatz. Somit verbleibt die PPS-Konfiguration für Unternehmen eine große Herausforderung, v. a. weil die Wirkung der einzelnen PPS-Verfahren und deren Kombinationen nicht transparent ist. Nur für einzelne Aufgaben existieren stark fokussierte Untersuchungen zur Wirkung von PPS-Verfahren auf logistische Zielgrößen.

Zielsetzung

Das beantragte Forschungsvorhaben hat zwei Hauptziele. Die Verfahren zur Erfüllung der PPS-Aufgaben sollen gesammelt, strukturiert und in einer einheitlichen Form und Sprache beschrieben werden. Darauf aufbauend sollen sowohl die direkten als auch die indirekten Wirkungen der PPS-Verfahren auf die logistischen Zielgrößen untersucht werden. Ergebnis dieser Untersuchungen sollen belastbare Aussagen über die Wirkzusammenhänge sein. Die Beschreibung der Wirkzusammenhänge erfolgt hierbei quantitativ durch die mathematische Verknüpfung der Elemente der unternehmensinternen Lieferkette und den logistischen Zielgrößen mithilfe von bestehenden logistischen Modellen. Wenn keine Modelle zur Quantifizierung zur Verfügung stehen, erfolgt eine qualitative Beschreibung der Wirkzusammenhänge. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen in einer prägnanten und leicht zugänglichen Form dargestellt werden. Dies soll unter anderem durch die Integration in das Rahmenwerk des Hannoveraner Lieferkettenmodells erreicht werden. Es handelt sich hierbei um ein inzwischen etabliertes Modell zur Verortung der PPS-Aufgaben sowie der logistischen Zielgrößen innerhalb der unternehmensinternen Lieferkette. Der zu entwickelnde Leitfaden soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre bestehende PPS-Konfiguration auf Schwachstellen hinsichtlich der Zielkonformität zu untersuchen. Durch die Umsetzung des Arbeitsprogramms sollen die Zusammenhänge der PPS-Konfiguration erstmalig durchgängig beschrieben und somit eine zentrale Forschungslücke geschlossen werden. Wissen wird zum einen systematisiert und zum anderen neu geschaffen. Durch die grundsätzliche Formulierung von Wirkzusammenhängen und die Nutzung geeigneter Strukturen bzw. Visualisierungen wird Transparenz und Vergleichbarkeit erzeugt. Mithilfe der quantitativen und qualitativen Verknüpfung der logistischen Zielgrößen mit den Elementen der unternehmensinternen Lieferkette wird das Verständnis für die komplexen Wirkzusammenhänge in der PPS signifikant gesteigert. Unternehmen werden somit unterstützt, die Wirkung von Maßnahmen im Bereich der PPS abzuschätzen und ihre PPS-Konfiguration auf Zielkonformität hin zu überprüfen. Das beantragte Forschungsvorhaben liefert somit einen Beitrag zu einer durchgängigen Modellierung der Produktionsplanung und -steuerung.

Vorgehensweise

Das Forschungsvorhaben setzt sich aus den folgenden Arbeitspaketen zusammen:

  • Arbeitspaket 1: Sammlung, Strukturierung und Beschreibung von Verfahren zur Erfüllung der PPS-Aufgaben
  • Arbeitspaket 2: Identifikation und Aufbereitung bereits beschriebener Wirkzusammenhänge zwischen PPS-Verfahren und (logistischen) Zielgrößen
  • Arbeitspaket 3: Ableitung eines Grundmodells
  • Arbeitspaket 4: Ableitung der Wirkung von PPS-Verfahren auf Basis des Grundmodells und weiterer logistischer Modelle
  • Arbeitspaket 5: Entwicklung eines Leitfadens und ganzheitliche Integration der neuen Erkenntnisse in das Rahmenwerk Hannoveraner Lieferkettenmodell
  • Arbeitspaket 6: Systematische Ableitung von Forschungsbedarf

Partner

Das Forschungsvorhaben wird in Kooperation mit dem Institut für Produkt- und Prozessinnovation (PPI) der Leuphana Universität Lüneburg (Prof. Dr.-Ing. habil. Schmidt) bearbeitet.

Förderung

Das Forschungsvorhaben „Systematische Untersuchung der Wirkung von Verfahren der Produktionsplanung und der Produktionssteuerung auf logistische Zielgrößen" (HaLiMo 2) wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Projektnummer: 434659386